Arbeitsmittel

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Rechtsstand seit 01.01.2018

Zu den typischen sonstigen Arbeitsmitteln zählen die Aufwendungen für: 

  • den Computer 
  • die Büromöbel 
  • das Büromaterial 

Damit Du die Aufwendungen in der Einkommensteuererklärung ansetzen kannst, musst Du die Arbeitsmittel beruflich nutzen und die berufliche Nutzung ggf. gegenüber dem Finanzamt nachweisen. 



Computer 

Wenn Du einen Computer beruflich nutzt, ist eine private Mitbenutzung von unter 10 % unschädlich. In diesem Fall kannst Du die Kosten für die Anschaffung zu 100 % absetzen. 
Sollte die private Mitbenutzung des Computers über 10 % liegen, so musst Du die Kosten aufteilen. Sofern Du den Computer zu 80 % für berufliche Zwecke nutzt, wirst Du auch nur 80 % der Anschaffungskosten absetzen können. (H 9.12 “Aufteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten” EStH) 

Das Finanzamt wird womöglich von Dir eine Aufstellung über die berufliche Nutzung anfordern. Darin musst Du darlegen, welche Tätigkeiten Du im Einzelnen mit diesem Computer ausführst. Auch wird das Finanzamt Dich im Zuge dessen danach fragen, wie viele Stunden Du beruflich an dem Computer tätig bist. Diesen Nachweis zieht das Finanzamt heran, um zu beurteilen, ob Du den Computer ausschließlich oder fast ausschließlich beruflich nutzt. 

Ohne Nachweis des Umfangs der beruflichen Nutzung eines Computers, wird grundsätzlich eine hälftige berufliche Nutzung von der Finanzverwaltung anerkannt (BFH 19.02.2004, VI R 135/01). 



Geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) 

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut wird im Jahr der Anschaffung in voller Höhe berücksichtigt. 

Damit Dein Wirtschaftsgut ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) darstellt, und im Jahr der Anschaffung in voller Höhe berücksichtigt werden kann, müssen die folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • das Wirtschaftsgut ist beweglich und 
  • das Wirtschaftsgut ist abnutzbar und 
  • das Wirtschaftsgut ist selbständig nutzbar und 
  • Die Anschaffungskosten für das Wirtschaftsgut ohne Umsatzsteuer übersteigen den Betrag von 800 € nicht. 

“Ein Wirtschaftsgut ist einer selbstständigen Nutzung nicht fähig, wenn es nach seiner betrieblichen Zweckbestimmung nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens genutzt werden kann” 

Beispiele für GWG´s (diese Wirtschaftsgüter sind einer selbstständigen Nutzung fähig): 

  • Schreibtischlampe 
  • Telefon 
  • Kleinmöbel 
  • Computer 
  • Computerprogramme (Software) kann als GWG behandelt werden, wenn die Anschaffungskosten weniger als 800 € netto betragen. 

Beispiele für Wirtschaftsgüter, die keiner selbstständigen Nutzung fähig sind:

  • Bildschirm (Monitor)
  • Tastatur
  • Maus
  • Drucker

Diese Wirtschaftsgüter sind über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben.

Wahlmöglichkeit: 

Die Aufwendungen für ein GWG kannst Du auch in einem Sammelposten zusammenfassen und über 5 Jahre abschreiben. 
Hierfür müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • die allgemeinen Voraussetzungen für ein GWG müssen erfüllt sein und 
  • die Anschaffungskosten für das Wirtschaftsgut ohne Umsatzsteuer den Wert von 250 €, aber nicht 1.000 € übersteigt. 

Die Aufwendungen für die folgenden Wirtschaftsgüter kannst Du im Jahr der Anschaffung in voller Höhe berücksichtigen: 

  • Wirtschaftsgüter (Arbeitsmittel) mit einer Nutzung von bis zu einem Jahr. 
  • Ein Wirtschaftsgut (Arbeitsmittel), dessen Anschaffungskosten den Betrag von 250 € netto nicht übersteigt.  
  • Ein GWG, dessen Anschaffungskosten den Betrag von 800 € netto nicht übersteigt.  


Absetzung für Abnutzung (AfA) 

Absetzung für Abnutzung (AfA) bedeutet, dass die Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes auf die Dauer der betriebsgewöhnlichen Nutzung verteilt werden. Dabei ist die AfA im Jahr der Anschaffung zeitanteilig, das heißt für die Monate der betrieblichen Nutzung zu berücksichtigen. 

  • Sofern die Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes (Arbeitsmittel) den Betrag von 800 € netto übersteigen, sind diese Kosten ausschließlich im Wege der linearen AfA zu berücksichtigen.
    § 7 Absatz 1 EStG. 
  • Das Wirtschaftsgut (Arbeitsmittel) ist nicht selbständig nutzbar. 
  • Das Wirtschaftsgut (Arbeitsmittel) hat eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von über einem Jahr. 

Nach dem BMF-Schreiben vom 15.12.2000, BStBl 2000 I Seite 1532, beträgt die Nutzungsdauere bei einem PC 3 Jahre, sowie bei Büromöbeln 13 Jahre.

Die AfA-Tabelle findet ihr hier: 


Beachte: 

  • Wirtschaftsgüter, die Du bereits vor der beruflichen Nutzung erworben hast, können für die Zeit der beruflichen Nutzung mit dem vorhandenen Restwert als Werbungskosten berücksichtigt werden. Beträgt der Restwert zum Zeitpunkt des Beginns der beruflichen Nutzung nicht mehr als 800 €, kann die GWG-Regelung angewendet werden. 
  • Bekommst Du ein Wirtschaftsgut unentgeltlich (z.B. vererbt), kannst Du die AfA ggf. als Rechtsnachfolger geltend machen. § 11d Absatz 1 EStDV. 
  • Wird das Wirtschaftsgut von Dir vor oder nach Ende der Nutzungsdauer veräußert, zählt der Veräußerungserlös nicht zu den Einnahmen. R 9.12 Satz 3 LStR. 

Praxistipp

  • Das Finanzamt akzeptiert oftmals die Aufwendungen für Arbeitsmittel ohne Nachweis in Höhe von 103 €. 
  • Wurde das Wirtschaftsgut bereits Jahre vor der beruflichen Nutzung erworben, ist vom Beginn der beruflichen Nutzung an, der Restwert – ggf. über die AfA – als Werbungskosten zu berücksichtigen. 

Beispiel: 

Ein Arbeitnehmer richtet sich im Januar 2020 ein häusliches Arbeitszimmer ein. Hierzu nutzt er, ab Januar 2020 einen im Januar 2015 erworbenen Schreibtisch, der bisher ausschließlich privat genutzt wurde. Die Anschaffungskosten betrugen ursprünglich 1.000 € bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren. Es liegt ein gleichbleibender Werteverzehr vor. 

Lösung: 

Der Restwert beträgt im Januar 2020 = 500 €. Dieser Betrag kann – auf die Restnutzungsdauer verteilt – als Werbungskosten berücksichtigt werden. 

Berechnung: 

Anschaffungskosten (AK) Jan. 2015 = 1.000 €. 
Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer = 10 Jahre. 
AK 1.000 € : 10 Jahre Nutzungsdauer = 100 € AfA pro Jahr. 

AK 2015 1.000 € 
-AfA 2015 100 € 
=Restwert zum 31.12.2015 900 € 
-AfA 2016 100 € 
=Restwert zum 31.12.2016 800 € 
-AfA 2017 100 € 
=Restwert zum 31.12.2017 700 € 
-AfA 2018 100 € 
=Restwert zum 31.12.2018 600 € 
-AfA 2019 100 € 
=Restwert zum 31.12.2019 500 € 


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Veröffentlicht von Steuer

Herzlich Willkommen auf meiner Website / meinem Blog Steuerrecht. Ich bin ausgebildete Finanzwirtin und arbeite in Düren als selbständige Beratungsstellenleiterin für einen der größten Lohnsteuerhilfevereine Deutschlands. Mit meiner Website / meinem Blog möchte ich euch bei steuerlichen Fragen beratend zur Seite stehen und auch informieren. Viel Spaß beim Stöbern. Bleibt gesund.

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