Ausbildungskosten

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Ausbildungskosten 

Variante A: Sonderausgaben

Die Kosten für eine erste Berufsausbildung sind nur begrenzt als Sonderausgaben abziehbar, und zwar bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 EUR jährlich. 

Hierzu zählt die erste Berufsausbildung und das Erststudium (Bachelor), soweit dieses nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet. Das heißt mit der Ausbildung wird kein Geld verdient: 

  • Magister-, Diplom-, und Bachelor-Studiengänge 
  • Ausbildung an einer Schule, z.B. für Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Rettungssanitäter, usw. Bei dieser Ausbildung bekommst Du keine Ausbildungsvergütung. 

Anmerkung:

Der Schulbesuch, z.B. Gymnasium zählt für die Finanzverwaltung nicht zur Erstausbildung. 

Diese Ausbildungskosten kannst Du absetzen! 

  • Zinsen für ein Bildungsdarlehen, z.B. BAföG. 
  • Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Lehrgangskosten, etc. 
  • Fahrtkosten zur Schule oder zur Uni: 
    Anzahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer x 0,30 €. 
  • Die Kosten für die auswärtige Unterbringung, also das Studentenzimmer, wenn Du außerhalb Deines Studienortes noch ein Zuhause hast, dass Du regelmäßig besuchst, sowie den Pauschbetrag für den Verpflegungsmehraufwand. 
    Ob Dein Studentenzimmer Dein anerkannter Zweitwohnsitz ist, ist dabei nicht relevant – das hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben von 2010 festgelegt. 
  • Büromaterial, z.B. Kopierpapier. 
  • Arbeitsmaterial, z.B. Laptop, Drucker, Schreibtisch, Bürolampe 
  • Fachliteratur 
  • Ein häusliches Arbeitszimmer: https://ste-u-err-echt.com/arbeitszimmer/
  • Tatsächliche Fahrtkosten für Lern- und Arbeitsgemeinschaften: 
    Anzahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer x 0,60 €. 
  • Portokosten, z.B. beim Fernstudium. 
  • Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für vorgeschriebene Studienreisen, Auslandssemester, Exkursionen, Praktika oder wenn du anderweitig aufgrund deiner Ausbildung länger von Zuhause weg bist. 

Erste oder zweite Ausbildung: Der Unterschied 

Unter Erstausbildung versteht die Finanzverwaltung die erste Lehre, die erste Ausbildung oder das erste Studium zum Erlernen eines künftigen Berufs. Seit 2004 gilt: Je nachdem, ob du mit dieser ersten Ausbildung Geld verdienst oder nicht, kannst du die Ausbildungskosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend machen. 

Die Kosten für jede weitere Ausbildung, nach der ersten abgeschlossenen Ausbildung, werden wie Fort- oder Weiterbildungskosten behandelt und können daher als Werbungskosten abgesetzt werden. Um von diesem Vorteil zu profitieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die vorausgegangene, erste Ausbildung hat mindestens 12 Monate gedauert und wurde mit einer Prüfung abgeschlossen. Zudem sollte die zweite Ausbildung einen nachweisbaren Zusammenhang zum derzeitigen oder zukünftigen Beruf haben. 

Variante B: Werbungskosten

Hierzu zählt die erste Berufsausbildung oder das Studium, soweit dieses im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet. Das heißt, dass Du Geld verdienst. Auch die Kosten für eine
Fort- und / oder Weiterbildung kannst Du als Werbungskosten berücksichtigen:

  • Die Lehre in einem Betrieb mit dem Besuch der Berufsschule. (Erstmalige Berufsausbildung, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet und Du finanziell entlohnt wirst). 
  • Das Studium wird im Rahmen eines Dienstverhältnisses absolviert, z.B. ein duales Studium im Betrieb und der Besuch der Hochschule. (Erstmalige Berufsausbildung, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet und Du finanziell entlohnt wirst). 
  • Vor Aufnahme des Studiums wurde bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen, z.B. Lehre als Schreiner abgeschlossen, danach BWL-Studium. (Das Studium ist eine zweite Ausbildung und die Kosten stellen Fort-/ Weiterbildungskosten dar). 
  • Der Masterstudiengang ist ebenfalls ein Studium, dem eine abgeschlossene Berufsausbildung vorangegangen ist, nämlich der Bachelor-Studienabschluss. (Das Studium ist eine zweite Ausbildung und die Kosten stellen Fort-/ Weiterbildungskosten dar). 

Diese Ausbildungskosten bzw. Fort-/ Weiterbildungskosten kannst Du absetzen! 

Du kannst die gleichen Kosten wie beim Sonderausgabenabzug ansetzen. Der Unterschied liegt darin, dass hier die Kosten als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe abzugsfähig sind. 

Ein weiterer Vorteil: 

Du kannst die zweite Ausbildung absolvieren und musst Dich nicht in einem Dienstverhältnis befinden. Da Du keinen Arbeitslohn erzielst, kannst Du die Kosten als Verlustvortrag vortragen lassen. Dieser Verlust wird solange vorgetragen, bis Du die Ausbildung abgeschlossen hast und einen Bruttoarbeitslohn verdienst. In diesem ersten Jahr Deiner Berufstätigkeit werden die vorgetragenen Kosten als Werbungskosten zum Abzug gebracht. 

  • Zinsen für ein Bildungsdarlehen, z.B. BAföG. 
  • Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Lehrgangskosten, etc. 
  • Fahrtkosten zur Schule oder zur Uni: 
    Anzahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer x 0,30 €. 
  • Die Kosten für die auswärtige Unterbringung, also das Studentenzimmer, wenn Du außerhalb Deines Studienortes noch ein Zuhause hast, dass Du regelmäßig besuchst, sowie den Pauschbetrag für den Verpflegungsmehraufwand. 
    Ob Dein Studentenzimmer Dein anerkannter Zweitwohnsitz ist, ist dabei nicht relevant – das hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben von 2010 festgelegt. 
  • Büromaterial, z.B. Kopierpapier. 
  • Arbeitsmaterial, z.B. Laptop, Drucker, Schreibtisch, Bürolampe 
  • Fachliteratur 
  • Ein häusliches Arbeitszimmer: https://ste-u-err-echt.com/arbeitszimmer/
  • Tatsächliche Fahrtkosten für Lern- und Arbeitsgemeinschaften: 
    Anzahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer x 0,60 €. 
  • Portokosten, z.B. beim Fernstudium. 
  • Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für vorgeschriebene Studienreisen, Auslandssemester, Exkursionen, Praktika oder wenn du anderweitig aufgrund deiner Ausbildung länger von Zuhause weg bist. 
  • Alle Kosten, die Dir in Zusammenhang mit Deiner beruflichen Tätigkeit entstehen.

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Veröffentlicht von Steuer

Herzlich Willkommen auf meiner Website / meinem Blog Steuerrecht. Ich bin ausgebildete Finanzwirtin und arbeite in Düren als selbständige Beratungsstellenleiterin für einen der größten Lohnsteuerhilfevereine Deutschlands. Mit meiner Website / meinem Blog möchte ich euch bei steuerlichen Fragen beratend zur Seite stehen und auch informieren. Viel Spaß beim Stöbern. Bleibt gesund.

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