Steuerliche Nebenleistungen

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Die Einkommensteuererklärung muss grundsätzlich bis zum 30.07. des folgenden Jahres beim Finanzamt abgegeben werden. Das heißt, dass die Einkommensteuererklärung 2020 bis zum 31.07.2021 beim Finanzamt eingereicht werden muss. Soweit die Einkommensteuererklärung durch einen Steuerberater oder einen “Angehörigen der steuerberatenden Berufe” erstellt wird, das sind z.B. Lohnsteuerhilfevereine, endet die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung grundsätzlich am 28.02. (im Schaltjahr am 29.02.) des zweiten auf den Beteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres. Das heißt, dass die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung 2020 grundsätzlich am 28.02.2022 (bzw. im Schaltjahr am 29.02.2022) endet. 

Die Poststelle der Finanzverwaltung vermerkt das Eingangsdatum auf der Einkommensteuererklärung. Dieses Datum wird herangezogen, um zu beweisen, dass Die Steuererklärung entweder verspätet oder pünktlich eingegangen ist. 

Die zuständige Finanzbehörde ist das Wohnsitzfinanzamt. Das ist das Finanzamt in dessen Bezirk der Steuerpflichtigen seinen Wohnsitz hat. 

Der Verspätungszuschlag 

Wird die Einkommensteuererklärung nicht oder nicht fristgemäß eingereicht, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. 
Soweit Dich eine Steuernachzahlung erwartet, kannst Du davon ausgehen, dass das Finanzamt diesen Verspätungszuschlag auch festsetzen wird. 
Soweit Dich eine Steuererstattung erwartet kannst Du darauf hoffen, dass das Finanzamt keinen Verspätungszuschlag festsetzt. Denn das Finanzamt kann dann einen Zuschlag festsetzen, muss es aber nicht tun. In der Praxis setzt das Finanzamt bei einer Rückerstattung nur in wenigen Fällen einen Verspätungszuschlag fest. 
Die Höhe des Verspätungszuschlages beträgt grundsätzlich für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 10,00 € für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung. 

Das Zwangsgeld 

Um den Steuerbürger zur Abgabe einer Steuererklärung zu zwingen nutzt das Finanzamt neben dem Verspätungszuschlag das Zwangsgeld. 
Im ersten Schritt droht das Finanzamt ein Zwangsgeld an und setzt eine weitere Frist zur Abgabe der Steuererklärung. Sollte die Steuererklärung beim Finanzamt nicht eingehen, setzt das Finanzamt, dieses zuvor angedrohte Zwangsgeld fest. 

Die Steuerschätzung 

Hat das Finanzamt die Einkommensteuererklärung bei Dir erfolglos angefordert. Und auf die Zwangsgelder hast Du auch nicht reagiert, wird das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen schätzen. 
Soweit dies der Fall ist, wirst Du vom Finanzamt einen Steuerbescheid (Schätzungsbescheid) erhalten, der eine viel höhere Steuernachzahlung ausweist, als es den Tatsachen entspricht. Um Dich nämlich letztmalig zur Abgabe einer Steuererklärung zu bewegen, wird das Finanzamt zu Deinen Ungunsten schätzen. 

Quellenangabe:

§ 3 AO (steuerliche Nebenleistungen) 
§ 149 AO Fristende zur Abgabe der Steuererklärung 
§ 8 AO Wohnsitz 
§ 152 AO Verspätungszuschlag 

Weitere steuerliche Nebenleistungen 

Der Säumniszuschlag

Sofern Du Deiner Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Finanzamt nicht nachkommst, bzw. Deine Steuerschulden nicht pünktlich entrichtest, setzt das Finanzamt einen Säumniszuschlag gegen Dich fest.  
Höhe des Säumniszuschlages: Deine Steuerschuld ist auf den nächsten durch 50 € teilbaren Betrag abzurunden; dieser Betrag stellt die Bemessungsgrundlage dar. Der Säumniszuschlag beträgt 1 % von der Bemessungsgrundlage für jeden angefangenen Monat. 

Quellenangabe:

§ 240 AO (Säumniszuschlag) 

Die Zinsen 

Ansprüche aus den Steuerschuldverhältnis werden verzinst, soweit dies gesetzlich vorgeschrieben ist. 

In der Abgabenordnung (AO) sind folgende Zinsen geregelt: 

  • Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen (§ 233a AO) 
  • Stundungszinsen (§ 234 AO) 
  • Verzinsung von hinterzogenen Steuern (§ 235 AO) 
  • Prozesszinsen auf Erstattungsbeträge (§ 236 AO) 
  • Zinsen bei Aussetzung der Vollziehung (§ 237 AO)  
     

Maßgebend für die Zinsberechnung ist die festgesetzte Steuer, vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge, um die anzurechnende Körperschaftssteuer und um die bis zum Beginn des Zinslaufs festgesetzten Vorauszahlungen (Unterschiedsbetrag). 
Die Zinsen betragen für jeden Monat 0,5 %. Sie sind nur für volle Monate zu zahlen; angefangene Monate bleiben außer Ansatz. Für die Berechnung der Zinsen wird der zu verzinsende Betrag auf den nächsten durch 50 € teilbaren Betrag abgerundet (§ 238 AO). 

Verzinsung einer Steuernachforderung 

Zu einer Verzinsung kommt es erst bei einer verspäteten Abgabe der Steuerklärung. 

Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Die Einkommensteuer entsteht für die meisten Steuerpflichtigen mit Ablauf des Kalenderjahres, am 31.12. Er beginnt für die Einkommen- und Körperschaftsteuer 21 Monate nach diesem Zeitpunkt, wenn die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft bei der erstmaligen Steuerfestsetzung die anderen Einkünfte überwiegen. Er endet mit Ablauf des Tages, an dem die Steuerfestsetzung wirksam wird. 

Beispiel: 

Die Einkommensteuererklärung für das Kalenderjahr 2013 wird erst am 27.08.2015 per Post dem Finanzamt zugesandt. Den Einkommensteuerbescheid erhält der Steuerpflichtige am 12.10.2015.  
Der Zinslauf beginnt am 01.04.2015 (15 Monate nach dem Kalenderjahr, in dem die Steuer entstanden ist).  
Die Steuer entsteht und der Zinslauf beginnt:  
31.12.2013 + 15 Monate = 01.04.2015 
Er endet mit Bekanntgabe des Steuerbescheides am 12.10.2015. Der Zinslauf dauert 6 Monate und 12 Tage und wird auf 6 Monate abgerundet, da der Zins nur für volle Monate berechnet wird. 
Der Zins beträgt 0,5 % für jeden Monat. 

Berechnung: 

Festgesetzte Einkommensteuer in Höhe von 4.040,00 €. 
Abrunden auf 4.000,00 € (auf durch 50 teilbaren Betrag).
4.000,00 € x 0,5 % x 6 Monate = 120,00 € Zinsen. 

Die Zinsen sind auf volle Euro zum Vorteil des Steuerpflichtigen gerundet festzusetzen. Sie werden nur dann festgesetzt, wenn sie mindestens 10 Euro betragen. 

Quellenangabe:

https://www.steuertipps.de/lexikon/s/steuernachforderung-verzinsung

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Veröffentlicht von Steuer

Herzlich Willkommen auf meiner Website / meinem Blog Steuerrecht. Ich bin ausgebildete Finanzwirtin und arbeite in Düren als selbständige Beratungsstellenleiterin für einen der größten Lohnsteuerhilfevereine Deutschlands. Mit meiner Website / meinem Blog möchte ich euch bei steuerlichen Fragen beratend zur Seite stehen und auch informieren. Viel Spaß beim Stöbern. Bleibt gesund.

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