Umsatzsteuer

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Allgemeines zur Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist die wichtigste Einnahmequelle des Staates.

Die Umsatzsteuer ist die erste und bisher einzige einheitliche Steuer innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Mit geringfügigen Abweichungen sind die Besteuerungsgrundlagen für die Umsatzsteuer in allen EU-Ländern einheitlich gestaltet. Unterschiedlich sind noch die Steuersätze.

Mit der Umsatzsteuer werden Sie täglich konfrontiert. Sie kommen mit der Umsatzsteuer in Berührung, wenn Sie Waren einkaufen, Werk- bzw. Dienstleistungen in Anspruch nehmen (zum Beispiel beim Friseur die Haare schneiden lassen, sich von einem Steuerberater beraten lassen).

Mit dem Preis für die Leistungen müssen Sie im Regelfall auch Umsatzsteuer bezahlen. Allerdings löst nicht jeder Umsatz Umsatzsteuer aus. So fällt zum Beispiel keine Umsatzsteuer an, wenn Sie als Privatperson Ihren gebrauchten PKW verkaufen. Umsatzsteuer fällt grundsätzlich nur dann an, wenn die Warenverkäufe bzw. die sonstigen Leistungen durch einen Unternehmer ausgeführt werden.

Die Rechtsgrundlage für die Umsatzsteuer ist das Umsatzsteuergesetz (UStG) und die Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV).

Das Umsatzsteuergesetz bestimmt welche Umsätze zu welchen Steuersätzen besteuert werden.

Umsatzsteuersenkung

Die neuen Umsatzsteuersätze von 16 Prozent und
5 Prozent sind auf die Lieferungen, sonstigen Leistungen und innergemeinschaftlichen Erwerbe anzuwenden, die nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 01. Januar 2021 bewirkt worden sind. Maßgebend für die Anwendung der Umsatzsteuersätze ist der Zeitpunkt, in dem der jeweilige Umsatz ausgeführt wird. Der Zeitpunkt der Zahlung, das Datum der Rechnung oder der Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung ist unerheblich.

Die Bemessungsgrundlage zu den Umsätzen zu
16 Prozent und 5 Prozent sowie der dazugehörige Steuerbetrag sind in der Umsatzsteuererklärung 2020 gesammelt in den Kennzahlen bzw. Zeilen 45, 84, und 96, und in der Umsatzsteuer-Voranmeldung in den Kennzahlen bzw. Zeilen 28 und 35 einzutragen.

Die Umsatzsteuersätze von 16 Prozent und 5 Prozent sind auch bei der Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer anzuwenden, und zwar befristet auf Einfuhren, die nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 01. Januar 2021 vorgenommen werden.

Entgeltvereinnahmung vor dem 01. Juli 2020

Der Unternehmer (der Tischlermeister Herr Schmitz) führt seine steuerpflichtige Leistung (die Lieferung des Schuhschrankes) nach dem 30. Juni 2020 (am 01.08.2020) aus. Da Herr Schmitz dem Empfänger die Rechnung bereits am 30.04.2020 hat zukommen lassen, vereinnahmte Herr Schmitz den Rechnungsbetrag in Höhe von 5.950 Euro zu 19 Prozent am 05.05.2020.

Lösung:

Nach § 27 Absatz 1 Satz 3 UStG ist die Steuer für den Veranlagungszeitraum der Leistungsausführung zu berichtigen.

Entscheidend ist in der Regel, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht ist. Der Umsatzsteuersatz, der zu diesem Zeitpunkt gilt, ist anzuwenden.

Warum werden die Umsatzsteuersätze zeitlich befristet gesenkt?

Die Befristung auf ein halbes Jahr ist nötig, um jetzt schnelle Kaufanreize zu setzen, denn das Ziel ist schließlich, einen konjunkturellen Impuls zu erreichen. Mit Inkrafttreten der schrittweisen Lockerungen ist der Zeitpunkt für diesen kräftigen Nachfrageimpuls nun klug gewählt. Neben den Bürgerinnen und Bürgern wird damit auch Unternehmen aller Branchen geholfen, von der Gastronomie bis zur Automobilwirtschaft, da sie von zusätzlichen Einkäufen profitieren. Im zweiten Halbjahr 2020 wird diese Steuersenkung insbesondere auch für große Anschaffungen einen zusätzlichen Kaufanreiz setzen. Die konjunkturelle Wirkung wird durch Vorzieheffekte beim Konsum verstärkt, für die eine Befristung nötig ist. Für 2021 rechnet die Bundesregierung mit einer einsetzenden Belebung der Wirtschaft, die den Schwung des Konjunkturpaketes weitertragen wird.

Werden mit der Senkung automatisch alle Waren und Dienstleistungen billiger?

Die Händler und Dienstleister sollen die niedrigere Umsatzsteuer grundsätzlich an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, so dass Waren und Dienstleistungen billiger werden. Die Unternehmen sind hierzu jedoch regelmäßig nicht verpflichtet.

Die Bundesregierung ist – auch nach Äußerungen z.B. des Lebensmittelhandels und der Deutschen Bahn – zuversichtlich, dass die abgesenkte Umsatzsteuer an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden wird. Internationale Erfahrungen zeigen, dass dieses Instrument wirksam ist.

Welcher Stichtag gilt für die Berechnung der Umsatzsteuer?

Entscheidend ist in der Regel, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht ist. Der Umsatzsteuersatz, der zu diesem Zeitpunkt gilt, ist anzuwenden.

Was ist mit Handwerkerleistungen, die über einen längeren Zeitraum anfallen?

Auf Handwerkerleistungen, die in der Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 beendet werden, sind grundsätzlich die „neuen“ Umsatzsteuersätze anzuwenden.

Was ist mit Waren, die längere Lieferfristen haben?

Was bedeutet die Steuersenkung für Waren, die ich schon bestellt, aber noch nicht erhalten habe?

Beim Kauf von Waren ist entscheidend, wann Sie diese erhalten. Erfolgt die Lieferung in der Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020, sind die „neuen“ Umsatzsteuersätze anzuwenden. Allerdings folgt hieraus nicht zwangsläufig, dass Sie nur einen geringeren Kaufpreis zu bezahlen brauchen. Dies ist vom Vertrag und den darin mit dem Verkäufer getroffenen Vereinbarungen abhängig.

Was ist bei laufenden Verträgen zu beachten, beispielsweise für Strom, Gas, Wärme, Wasser oder Telefon?

Bei Strom, Gas, Wärme oder Wasser ist in der Regel entscheidend, wann die Ablesung erfolgt. Der dann geltende Umsatzsteuersatz ist für den gesamten Abrechnungszeitraum anzuwenden. Die Versorgungsunternehmen können aber auch, Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 und Zeiträume im zweiten Halbjahr getrennt abrechnen. Für Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 gilt dann der alte Umsatzsteuersatz, für Zeiten im zweiten Halbjahr 2020 der neue Umsatzsteuersatz. Beim Telefon ist das Ende des Rechnungszeitraums entscheidend. Wird das Telefon beispielsweise vom 15. Juni 2020 bis zum 14. Juli 2020 abgerechnet, gilt der neue Umsatzsteuersatz von 16 Prozent.

Müssen jetzt alle längerfristigen Verträge neu geschrieben werden?

Gibt der Unternehmer die Umsatzsteuersenkung an seine Kunden weiter, genügt es in einem weiteren Dokument die neuen Angaben unter Bezugnahme auf den Vertrag schriftlich festzuhalten.

Was ist bei Anzahlungen zu beachten?

Entscheidend ist grundsätzlich, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht ist. Ob eine Anzahlung erfolgt ist, ist für die Höhe der Umsatzsteuer nicht entscheidend.

Was gilt für Bestellungen im Ausland?

Für Bestellungen bei Unternehmen innerhalb der EU gelten die gleichen Regelungen wie bei Bestellungen im Inland.

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Veröffentlicht von Steuer

Herzlich Willkommen auf meiner Website / meinem Blog Steuerrecht. Ich bin ausgebildete Finanzwirtin und arbeite in Düren als selbständige Beratungsstellenleiterin für einen der größten Lohnsteuerhilfevereine Deutschlands. Mit meiner Website / meinem Blog möchte ich euch bei steuerlichen Fragen beratend zur Seite stehen und auch informieren. Viel Spaß beim Stöbern. Bleibt gesund.

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